Tischlerlexikon
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Eigenschaften Holz

Das Holz arbeitet

Holz schwindet oder quillt, es wirft sich oder verzieht sich, es reißt. Wenn zwischen dem Feuchtegehalt des Holzes und dem Feuchtegehalt in der Luft die das Holz umgibt ein Gefälle vorhanden ist, beginnt die Abgabe bzw. Aufnahme der Feuchtigkeit.

Wasser ist in zwei Formen im Holz vorhanden

  1. als freies Wasser in den Zellhohlräumen
  2. als gebundenes Wasser in den Zellwänden

Der Fasersättigungspunkt liegt bei 30%, d.h. es ist kein freies Wasser in den Zellhohlräumen vorhanden.

Merke: Befinden sich noch annähernd 30% Feuchte in den Zellwänden, so spricht man vom Fasersättigungspunkt.

 

Die Fasersättigung ist bei den einzelnen Holzarten unterschiedlich, sie kann sogar innerhalb eines Stammes schwanken. Man spricht deshalb auch vom Fasersättigungsbereich. Er liegt bei ca. 23% - 35% Holzfeuchte.

 

Durchschnittliche Schwindmaße des Holzes in 3 Wuchsrichtungen

Schwundmaße in Prozent

  • Längs (longitudial), in Richtung des Faserverlaufs 0,1% - 0,5%
  • radial, in Richtung der Holzstrahlen ca. 5%
  • tangential, in Richtung der Jahrringe ca. 10%

Das Schwinden beginnt im Fasersättigungsbereich und endet in bei der vollständigen Trocknung (Darre).

Beispiel zur Berechnung des Schwundes

Ein Kernbrett aus Rotbuchenholz von 280 mm Breite und 40% Holzfeuchte trocknet auf 8%. Wie breit ist das Brett nach dem Trocknen?

40% - 30% kein Schwund
30% -   8% Feuchteänderung (22%)
Schwundzahl für Rotbuche (radial) = 0,20
22% multiplizieren mit der Schwundzahl 0,20 = 4,4% = 12,32 mm

Das Brett ist somit nach dem Trocknen 268mm breit

Schwundmaße in Prozent je 1% Feuchteänderung

Schwundzahlen in Richtung der:
Markstrahlen
(radial)
Jahrringe
(tangential)
Ahorn 0,20 0,30
Eiche 0,16 0,36
Buche 0,20 0,41
Fichte 0,19 0,39

 

Abgabe von freiem Wasser
 
   
           

 

 

Frühholzzellen
Schwund gering
Spätholzzellen
Schwund groß

Merke: Der Schwund beim Frühholz ist klein, beim Spätholz dagegen groß!

Maßnahmen gegen das Arbeiten des Holzes

  1. Die richtige Auswahl des Holzes
    • rechte/linke Seite
    • stehende Jahresringe
    • Holzart
  2. Trocknung des Holzes
    • Feuchtegehalt beachten
  3. fachgerechtes Verleimen
    • Kern an Kern / Splint an Splint
  4. Die richtige Konstruktion beachten
    • Nut und Feder
    • Rahmen mit Füllungen
    • Gratverbindungen
  5. Absperren beim Furnieren

Beispiele:

runde Säule, Verleimung aus Brettern

 

Säule: rechte Seite nach außenrechte Seite nach außen

FußleisteFußleiste


Kategoriezugehörigkeit

Eigenschaften des Holzes

Weitere Themen

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Von Elastizität bis Wärmedehnung
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